Bogler-Ausstellung

Vom Bauhaus nach Maria Laach. Theodor Bogler 1897-1968. Die Benediktiner von Maria Laach gedenken des 50. Todestages ihres Mitbruders P. Theodor Bogler und schauen auf das 100 jährige Bauhausjubiläum.

 

P. Theodor war Offizier des Ersten Weltkrieges und sein Wesen hatte eine deutlich soldatische Prägung. 1919 begann er sein Studium am Staatlichen Bauhaus in Weimar und setzte sie nach einer Unterbrechung für ein Semester, in dem er sich dem Architekturstudium an den Universitäten in München widmete, im Sommer 1920 am Bauhaus fort. Er erlernte unter Gerhard Marcks und Max Krehan das Töpferhandwerk. 1922 hatte er, nun Geselle, die Witwe eines Hauptmannes geheiratet; sie brachte zwei Kinder mit in die Ehe. 1923 machte ihn Gropius zum Verantwortlichen für die handwerkliche Abteilung der Weimarer Ausstellung im extra dafür konzipierten „Haus Am Horn“. 1924 wurde er kaufmännischer Leiter der Steingutfabrik Velten-Vordamm bei Berlin. Seine Frau erkrankte schwer und starb bereits 1925. Die beiden Kinder wuchsen bei den Großeltern auf.

Seine menschlichen Erfahrungen führten ihn zur Konversion in die katholische Kirche und 1927 auf den Rat Romano Guardinis in die Benediktinerabtei Maria Laach. 1933 hatte er seine Studien in Maria Laach und Beuron abgeschlossen und entwickelte seine reichen Talente auf vielfältigen Gebieten. Er schrieb in theologischen und kunsthandwerklichen Zeitschriften. Er stellte in dem 1937 erschienenen Buch “Soldat und Mönch” seinen Lebensweg dar und schrieb weitere autobiographische Bücher. Wichtig und verdienstvoll sind die “Laacher Hefte” unter dem Titel “Liturgie und Mönchtum”, von denen nach dem Zweiten Weltkrieg 43 Nummern herausbrachte.

P. Theodor hatte eine sehr vielseitige Begabung. Während des Zweiten Weltkrieges stand er Abt lIdefons Herwegen als umsichtiger und tüchtiger Prior zur Seite. Nach dem Weltkrieg diente er den Benediktinerinnen von Herstelle als Spiritual und ab 1951 bis zu seinem Tod 1968 baute er den Kunstverlag Ars Liturgica in Maria Laach neu auf. P. Theodor war eine menschlich reife, ausgeglichene und ungewöhnlich gestalterisch schaffende Persönlichkeit.

In der Führung des Kunstverlags und der Kunstwerkstätten hatte er eine glückliche Hand. – Er entwarf überdies selbst keramische Gefäße und Plaketten, sakrales, liturgisches Gerät und Paramente. Er malte, dichtete und leitete in harmonischer Zusammenarbeit mit dem Landeskonservator die Restauration der Abteikirche. Er wurde zum Berater der Liturgischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ernannt und war Mitbegründer des Liturgischen Instituts in Trier. P. Theodor Bogler wurde für viele Menschen, besonders den Künstlern ein geschätzter Berater und Anreger, Seelsorger und Begleiter.

In Erinnerung an sein gestalterisches Wirken geben wir vom 16. Juni bis zum 11. August 2018 in Maria Laach der Öffentlichkeit einen Überblick über sein Wirken am Bauhaus, zeichnen seine Lebensspuren und die seiner direkten Verwandten nach und präsentieren Ausschnitte seines künstlerischen Wirkens in Maria Laach.

 

Informationen

Die Ausstellung wird innerhalb der Klausur des Klosters gezeigt. Der Einlass zur Ausstellung ist nur zur vollen Stunde möglich:
Mo – Sa um 10 h, 11h, 13h, 14h, 15h und 16h.
So um 13h, 14h, 15h und 16h.

Treffpunkt ist vor der Klosterpforte auf dem Kirchenvorplatz der Abtei Maria Laach. Bitte finden Sie sich ca. 10 Minuten vor dem Termin an der Klosterpforte ein. Wir bitten um Verständnis, dass wir keinen Nacheinlass gewähren können.

Für Gruppen ab 10 Personen ist eine Voranmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unbedingt notwendig.

Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.

 

BUZ: Fotos Kloster Maria Laach, Br. Stephan

Veröffentlicht: Donnerstag, 12. April 2018 09:27