Haus in Königsfeld

Diese Extratour – Extrasprosse – zur Eifelleiter, wird geprägt von herrlichen Weitsichten über die Osteifel, dem Rodder Maar und einer renaturierten Wacholderheide.

Wenn auch die Streckenführung meist auf breiten Wald- und Wiesenwegen verläuft und schmale Pfade eher selten anzutreffen sind, zeigt sich das Vinxtbachtal auf der 17 Kilometer langen Runde von seiner besten Seite. Wer also eine Rundwanderung der Streckenwanderung über die Eifelleiter vorzieht, die aus dem Rheintal bei Bad Breisig hinauf zur Hohen Acht führt, kann eine Reihe von Höhepunkten des Weitwanderweges auf dem Vinxtbachtalrundweg erkunden.

Vom Parkplatz am Neuen Maarhof in Niederdürenbach starten wir in die Extratour zur Eifelleiter und gelangen sogleich zum Rodder Maar. Das nahezu kreisrunde Gewässer, ist nicht vulkanischen Ursprungs, also kein Maar und könnte auch durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sein. In den 90iger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat man den Trichter auf natürliche Weise wieder bewässert. So ist eines der schönsten Erholungsgebiete der Region entstanden. Haubentaucher, Graureiher und Kiebitze sind hier wieder beheimatet. Wir folgen der Routenführung halbrund um den kleinen See und wandern dann in die Feldflur hinein. Die Landstraße die von Rodder nach Dedenbach führt wird überschritten, bevor uns ein breiter Waldweg ins Vinxtbachtal hinabführt.

Der Vinxtbach entspringt bei Schalkenbach und mündet nach 19 Kilometern bei Rheineck in den Rhein. Das historisch bedeutsame kleine Gewässer bildete einst die Grenze zwischen Ober- und Niedergermanien. Über weiche Wiesenwege geht es eine Weile am Vinxtbach entlang und an der alten Ölmühle mit ihren Fischteichen vorbei. Dann gelangen wir nach Königsfeld. Dem Ort im Vinxtbachtal wurden im Jahre 1336 durch Kaiser Ludwig dem Bayern Stadtrechte verliehen. Heute lohnt ein kurzer Abstecher, um den sehenswerten historischen Ortskern zu besichtigen und im Vinxtbachtal-Cafe ein überaus großes, wohlschmeckendes Stück Kuchen zu verzehren.

Ausgangs der Bebauung geht es dann zum Stucksberg hinauf. Von der Wanderhütte "Schauinsland" schweift der Blick ins Vinxtbachtal, auf Königsfeld und jenseits des Rheins weit in den Westerwald hinein. Überaus steil fällt die Extratour dann ins Tal des alten Schalkenbaches hinab, um das Rinnsal auf einer steinernen Furt zu queren und dann zum 475 Meter hohen Weiselstein hinauf zu steigen. Besenheide und  Wacholderbüsche bestimmen hier das Bild der Landschaft. Von der aussichtsreichen Turmkonstruktion soll bei klarer Sicht sogar der Kölner Dom zu sehen sein. Breite Forstwege führen im Anschluss daran mit der Eifelleiter nach Oberdürenbach und wenig später zum versteckt im Wald liegenden Königssee. Nach Einstellung des Steinbruchbetriebes zur Mitte des vorigen Jahrhunderts füllte sich der 30 Meter tiefe Abraumtrichter mit Grundwasser und ließ auch hier ein einzigartiges Biotop entstehen. An aussichtsreichen Waldsäumen vorbei geht es schließlich mit der Hauptroute der Eifelleiter wieder zum Ausgangspunkt am Rodder Maar zurück. Dabei genießen wir von einer Schaukelliege noch die traumhaften Aussichten auf Burg Olbrück, das Wahrzeichen des Brohltals.


Fazit:

Überaus erlebnisreich zeigt sich der 17 Kilometer lange Vinxtbachtalrundweg, die Extratour zur Eifelleiter. Wenn auch die von jedem Wanderer so sehr geschätzten naturbelassenen Pfade fast gänzlich fehlen, so punktet die schöne Runde in der Osteifel mit ihrem Abwechslungsreichtum. Absolute Highlights sind das idyllisch gelegene Rodder Maar, der mitten im Wald liegende Königssee und der Aussichtsturm auf dem Weiselstein mit der besonders im Herbst wunderschön blühenden Wacholderheide, die durch die Schiffelwirtschaft in den zurückliegenden Jahrhunderten entstanden ist. Mehr als erwähnenswert sind darüber hinaus noch die herausragenden Fernsichten vom Stucksberg. Bei einer durchweg guten Beschilderung haben die Betreiber Sinnenbänke, eine Schaukelliege sowie Rast- und Ruheplätze in ausreichendem Maße eingefügt.

 

Streckenlänge:17 Kilometer (mit Abstecher ins historische Königsfeld)

Höhenmeter jeweils im Auf- und Abstieg: 466 Meter

Wanderzeit ohne Pausen: 4 - 5 Stunden

Veröffentlicht: Montag, 27. Juli 2020 15:36
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