Maria Laach - Foto Walter Müller

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein außergewöhnliches, ein forderndes und herausforderndes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für eine Rückschau und Zeit, den Blick nach vorne zu richten. Das Jahr 2020 wird uns allen in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Es war das Jubiläumsjahr „50 Jahre Verbandsgemeinde Brohltal“, welches wir stolz mit vielen Veranstaltungen feiern wollten. Doch nach einem schwungvollen Auftakt wurden wir mit neuen, noch nie dagewesenen Herausforderungen konfrontiert. Wir erlebten ungekannte Szenarien und Situationen, die wir uns in diesem Ausmaß und mit dieser Dramatik nicht hätten vorstellen können. Unsere Belastbarkeit, unsere Geduld und unsere Zuversicht wurden und werden aktuell erneut auf eine sehr harte Probe gestellt.

Im März und April war für viele Brohltalerinnen und Brohltaler die Corona-Pandemie noch weit weg. Doch in der Zwischenzeit hat sie auch bei uns Gesichter bekommen! Mittlerweile kennen auch wir hier bei uns Menschen, die von Covid - 19 betroffen, erkrankt oder sogar an den Folgen verstorben sind.

Neben den negativen Erfahrungen und teilweise auch Schicksalsschlägen hat das Jahr aber auch positive Dinge hervorgebracht. Es hat unsere Kreativität angeregt und Flexibilität auf ausgetretenen Pfaden gefordert. Wir mussten auf viel Bekanntes verzichten und uns neue Gewohnheiten zu eigen machen. Wir hatten plötzlich Zeit für uns selbst, für unsere Familie sowie für Freunde und Verwandte. Dadurch konnte der Austausch und Kontakt miteinander und untereinander gestärkt werden. Vielfach ist eine neue Solidarität und ein neuer Zusammenhalt entstanden.

Corona kann man daher durchaus auch positive Aspekte abgewinnen: Das Homeoffice erspart den stressigen Weg zur Arbeit und beschert ein Mehr an Zuhause. Der Ausfall von Terminen und Veranstaltungen gibt zusätzliche Ruhe und das angenehme Gefühl, nichts zu verpassen. 

Gartenpools, Fahrräder, Strandkörbe und Baumärkte hatten Hochkonjunktur - wir haben unser Zuhause verschönert und auch unsere Heimat besser kennen gelernt sowie hoffentlich das beliebte Freizeitbad Brohltal besucht. Wir konnten entdecken und spüren, in welch wunderschöner Region wir leben und wie viel Spaß es macht, ohne Zeitdruck die Natur und die Mitmenschen zu genießen.

Wir sind uns aber auch bewusst, dass viele Berufstätige und Selbstständige in unserer Verbandsgemeinde mit existenziellen Nöten kämpfen und in der Ungewissheit leben, wie es weitergehen soll. Wo es möglich und nötig ist, sind die staatlichen Stellen und natürlich auch wir als kommunale Familie mit Rat und Tat zur Stelle. Ich hoffe, dass durch die Hilfen viel Leid abgewendet und wirtschaftliche Existenzen gesichert werden konnten und können.

Ausgesprochen stolz können wir auf unsere vielen Bürgerinnen und Bürger sein, die mit zahlreichen Initiativen, mit großer Fürsorge und Hilfsbereitschaft sowie durch vielfältiges Engagement dazu beigetragen haben, dass die Krise bisher gut gemeistert werden konnte. Anderen Menschen zu helfen und auf diese Weise etwas Gutes zu tun, wie beispielsweise die Fürsorge für den Nachbarn, für Familie und Freunde – natürlich mit gebührendem Abstand – all das macht auch in schweren Zeiten glücklich und zufrieden. Es wurde für andere eingekauft, gekocht, Überraschungen wurden vor die Haustür gestellt und vieles mehr.

Die in unseren Dörfern gelebte Solidarität ist beeindruckend und berührt. Für das Mitdenken, Mitwirken und Mitarbeiten in Familie, am Arbeitsplatz, in kommunalen Gremien, in Nachbarschaft und Gemeinschaft gilt es Danke zu sagen. Unsere Gesellschaft, und damit auch unsere Verbandsgemeinde, braucht mehr denn je das Wirken in kleinen Schritten, mit der nötigen Geduld und Beharrlichkeit.

Ein besonderer Dank an alle, die trotz Corona das gesellschaftliche Leben und System in unserem Land aufrecht erhalten. Die Menschen, die sich gesundheitlichen Gefahren aussetzen, um für andere da zu sein. Unseren Mitmenschen in den medizinischen und pflegenden Berufen, in der Bildung und Betreuung von Kindern sowie kranken und älteren Menschen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ordnungsverwaltung, Versorgung und Daseinsvorsorge.

 Der Ausblick auf das Neue Jahr ist wahrscheinlich bei vielen von Ängsten und Sorgen geprägt: Angst vor einer Ansteckung, die Sorge um liebe Menschen, die Trauer um verstorbene Angehörige oder die Furcht vor finanziellen und wirtschaftlichen Einbußen sowie vor gesellschaftlichen und sozialen Veränderungen. Die Sorgen und Nöte führen vielleicht aber auch dazu, das eigene Leben und die persönliche Situation kritisch zu hinterfragen. Ist mein Verhalten nicht zu sehr von Konsumgedanken und Streben nach materiellen Dingen geprägt. Sollten Demut und essenzielle Werte nicht eine größere Rolle in meinem Leben einnehmen? Komme ich bei einer distanzierten Betrachtung nicht zu einer anderen Bewertung der Bedeutung von Sachwerten für mich und meine Mitmenschen?

Nutzen wir daher die Herausforderungen und die schwierige Zeit für längst überfällige Veränderungen und tragen wir unseren Teil zu einer besseren Welt bei. Mit Mut, Zuversicht und Zusammenhalt lassen sich auch die größten Krisen bewältigen. Glück und Zufriedenheit geben oftmals die kleinen Dinge und Momente im Leben – man muss sie nur sehen, erkennen und spüren …..

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir blicken im privaten und beruflichen Leben insgesamt auf ungewöhnliche und anstrengende Wochen und Monate zurück. Umso mehr haben wir uns jetzt alle eine kleine Atempause und Auszeit verdient. Kommen wir zur Ruhe, genießen wir die Zeit mit unseren Lieben und schöpfen Kraft für das Kommende.

Denn eines steht fest: 2021 wird für uns wieder große Herausforderungen und sicherlich auch die eine oder andere Überraschung bereithalten. „Genieße den Augenblick, denn er ist Dein Leben.“ Diese Lebensweisheit sollten wir uns trotz aller Ungewissheit zu Herzen nehmen und blicken wir mit Mut sowie Zuversicht auf das Jahr 2021. 

Gemeinsam mit den Ortsbürgermeisterinnen und den Ortsbürgermeistern des Brohltals wünsche ich Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und friedvolles Neues Jahr. Ein Weihnachten und Silvester, die anders als die anderen zuvor sein werden!

Genießen Sie die ruhige Zeit und tanken Sie Kraft für das kommende Jahr. Gesundheit, Glück und Gottes Segen wünschen wir für 2021.

 Ihr/e

Johannes Bell, Bürgermeister der Verbandsgemeinde
und die Ortsbürgermeister/innen des Brohltals

Christoph Stenz, Brenk

Walter Schneider, Burgbrohl

Michael Freund, Dedenbach

Reinhold Schmitz, Galenberg

Manfred Hürter, Glees

Thorsten Kabuth, Hohenleimbach

Dominik Schmitz, Kempenich

Werner Breuer, Königsfeld

Sebastian Schmitt, Niederdürenbach

Rolf Hans, Niederzissen

Elisabeth Dahr, Oberdürenbach

Christof Bürger, Oberzissen

Thomas Weber, Schalkenbach

Frank Klapperich, Spessart

Manfred Sattler, Wassenach

Dr. Melanie Hilger, Wehr

Karl Gundert, Weibern

 


Foto: Walter Müller

Veröffentlicht: Montag, 21. Dezember 2020 14:03
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