Bächelsbach

Mit Hochwasser haben nicht nur die zu kämpfen, die an Flüssen wie Rhein, Ahr oder Mosel leben. Das mussten in den letzten Jahren auch Bürgerinnen und Bürger in einigen Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Brohltal feststellen.

Sogenannte Starkregenereignisse haben zum Teil zu erheblichen Schäden durch Überflutungen aus Außenbereichsgebieten geführt. Typische Starkregen sind sommerliche Gewitter mit sehr großer Regenmenge in kurzer Zeit. Das auftretende Oberflächenwasser scheint bei diesen Ereignissen von überall her zu kommen. Die Modellberechnungen zum Klimawandel zeigen, dass in Zukunft Starkregen an Häufigkeit und Intensität zunehmen werden. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat nicht nur viele Fachbeiträge zu diesem Thema veröffentlicht, sondern unterstützt die betroffenen Kommunen mit Informationsveranstaltungen und Förderprogrammen.

Die Verbandsgemeinde Brohltal hat nach einstimmiger Beschlussfassung im Rat bereits im letzten Jahr einen Antrag für die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes gestellt. Im Rahmen dieses Konzeptes sollen die einzelnen Maßnahmen am Gewässer und in den Außenbereichen abgestimmt und darüber hinaus Möglichkeiten zur Vorsorge, auch im privaten Bereich, aufgezeigt werden. Dies erfolgt nicht einseitig durch die Räte und Verwaltung, eine Mitarbeit der beteiligten Anlieger ist ausdrücklich erwünscht.

Nach den bereits erfolgten ersten Abstimmungsgesprächen mit den Ver- und Entsorgern sowie der Feuerwehr laufen derzeit die vorbereitenden Arbeiten. Nach den Sommerferien finden dann die ersten Workshops (Bürgerversammlungen) statt. Hierzu werden auch die Anwohner der betroffenen Gebiete eingeladen. Die Gefährdungssituationen bei Hochwasser und Starkregen sind Themen dieser Runden. Es wird auch der Frage nachgegangen, was bei Extremhochwasser passieren kann und womit die Betroffenen zu rechnen haben.

Die jeweiligen Ortsgemeinden stellen in den Workshops ihre möglichen Maßnahmen, insbesondere die der Gefahrenabwehr dar. Wichtig dabei ist es auch zu zeigen, was jeder Einzelne zur Vermeidung von Wasserschäden durch Überflutungen tun kann. Hierzu sollen die Betroffenen ihre Erfahrungen mit einbringen und über bereits durchgeführte Maßnahmen berichten. Aufgrund der Vielzahl der anzusprechenden Themen werden Folgeveranstaltungen erforderlich sein. Einzelne Aspekte sind hierin vertieft zu behandeln und weitere Schritte festzulegen, wie z. B. Workshops zu Einzelthemen wie Hochwasserschutz im öffentlichen Bereich, Bauvorsorge im privaten Bereich (und in der Folge bei Bedarf entsprechende Einzelberatung), Hochwasserversicherung, Hochwasservorsorge in Gewerbebetrieben und Notfallkonzept für die Gemeinden.

Für die Durchführung des Hochwasserschutzkonzeptes in der Verbandsgemeinde Brohltal konnte das Ingenieurbüro Boettcher aus Urbar (Koblenz) gewonnen werden. Dieses Büro hat schon in mehreren Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz Hochwasserschutzkonzepte aufgestellt.

Neben diesen Planungen und der Beantragung von Fördermitteln sind bereits Maßnahmen zum Schutz gegen Überflutungen bzw. Hochwasserschäden in die Tat umgesetzt worden. In Niederzissen wurde z.B. im Bereich des Bächelsbaches der Bachlauf im unbebauten Bereich renaturiert. (siehe Foto) Dieser hat jetzt mehr Raum und Rückhaltemöglichkeiten zu bieten. In Kürze beginnen die Arbeiten für die Rückhaltung von Wasser aus den Außengebieten oberhalb des Seifentals.

Auch in der Ortsgemeinde Burgbrohl hat die Verbandsgemeinde beim Ministerium einen Antrag für Renaturierungsmaßnahmen im Bereich des Gleesbaches gestellt. Die Ausgaben werden über das Förderprogramm „Aktion Blau“ vom Land mit bis zu 90 Prozent gefördert.

Weitere Maßnahmen werden aus den Ergebnissen des Hochwasserschutzkonzeptes entwickelt, für die dann Förderanträge aus dem Programm Aktion Blau zu stellen sind.

Die Verbandsgemeinde Brohltal und die Ortsgemeinden hoffen auf eine rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an dem Prozess. Eine frühzeitige Veröffentlichung der Termine für die Workshops erfolgt über die Presse und hier auf unserer Internetseite.

 

Veröffentlicht: Donnerstag, 13. April 2017 10:20