Auf der Marathondistanz durch die vulkanologisch geprägte Osteifel

Wanderungen durch die Sagenhafte Vulkanregion Laacher See bedeuten einen spannenden Ausflug in längst vergangene Zeiten! Aufregend und lehrreich, den Ereignissen der Vergangenheit nachzuspüren.

Immer wieder überraschen dabei bizarre Gesteinsformen oder Felswände entlang des gut ausgebauten Wanderwegenetzes und laden zum Staunen und Verweilen ein. Mehrere Geo-Pfad-Routen und die beliebten Traumpfade machen die Region für Wanderer überaus attraktiv. Der Vulkanregion-Wanderführer Konrad Friedgen unternahm Mitte Juli mit Kameraden der Wehrer Watzmänner eine außergewöhnliche Wanderung, ein Vulkanregion-Wandermarathon auf den Spuren des Vulkanismus durch die Osteifel war die Idee! Dabei band Friedgen so manches Highlight der Traumpfade und der Georouten in die Streckenführung mit ein.

Bei einer Gesamtlänge von 42,9 Wanderkilometern waren im Auf- und Abstieg satte 900 Höhenmeter zu bewältigen. Konditionell sollte man also doch recht sattelfest sein, wenn man sich an diese Herausforderung heranwagt. Der Vulkanparkführer schwärmt: „Im steten Wechsel werden breite Wald- und Wiesenwege, aber auch idyllische Waldpfade begangen. Eine einheitliche Ausschilderung ist nicht vorhanden. Deshalb sollte man entsprechendes Kartenmaterial oder ein GPS-Gerät mit sich führen. Der genaue Routenverlauf ist auf dem Wanderportal www.outdooractive.de eingestellt und jederzeit auch zum Ausdrucken abrufbar.“

Ihren Anfang nimmt die Marathonwanderung im Barocken Pfarrgarten von Wehr und läuft unterhalb des Osterberges in den Wald hinein. Hier eröffnen sich mehrere herausragende Einblicke auf die Ortschaft Wehr und in den Wehrer Kessel, die größte Kohlensäurelagerstätte Europas. Am Stumpig Kreuz vorbei geht es zum Gänsehals hinauf. Kurz vor der 575 Meter hohen Erhebung treffen die Wanderer auf den Traumpfad Riedener Waldseepfad, der auf den letzten Metern bis zum Aussichtsturm begleiten wird. Die Besteigung der Aussichtsplattform ist Ehrensache, kann man doch von dieser hohen Warte aus fast die ganze Osteifel überblicken. Die Hohe Acht und der Hochkelberg sind weit im Westen zu sehen, während gleich in der Nähe die glitzernde Oberfläche des Laacher Sees sichtbar ist.

Nach dem Abstieg wird in der nahe gelegenen Gänsehalshütte kurze Rast gehalten, um dann dem Traumpfad Vier-Berge-Tour auf idyllischen Waldpfaden sanft bergab wandernd in Richtung Bell zu folgen. Neben dem Tuffsteinabbau Schweinsgraben durchmisst der Traumpfad das Tuffsteinabbaugebiet Rauhbuur mit seinen mehr als 30 Meter hoch aufragenden Bruchwänden. Auf Holzstegen und mittels hölzerner Trittstufen führt die Route sehr imposant direkt an den lotrechten Wänden entlang, um dann zum Erlenbrunnen hinüber zu laufen. An der im Jahre 1809 mit Schiefergestein eingefassten Mineralwasserquelle kann noch einmal der Getränkevorrat ergänzt werden.

Dann verlassen die Marathonwanderer den Traumpfad Vier-Berge-Tour und folgen dem Osteifel-Wanderweg des Eifelvereins stramm bergan nach Bell, von aus der Weg nach Maria Laach auf den Geo-Pfad-L - Rund um den Laacher See – führt. An der Jägerspitze treffen die Marathonwanderer auf den Traumpfad Pellenzer Seepfad, der hier von Nickenich kommend in den Uferweg einmündet. Im kühlen Forst geht es jetzt am Laacher See entlang.

Schließlich verlässt der Pellenzer Seepfad den Uferweg und die Geo-Route-L und führt scharf rechts schwenkend in den Hang hinein. Eine ganze Weile folgt die Route dem Pellenzer Seepfad über die aussichtsreiche Keller Höhe, bevor die Wanderer in einer Linkskurve auch diesen Traumpfad verlassen und mit dem Rhein-Maas-Weg des Eifelvereins ständig abfallend am Wernershof vorbei ins Pöntertal gelangen und dort auf den Krayerhof treffen. Der nächste Traumpfad, der „Höhlen- und Schluchtensteig“, führt durch die Trasshöhlen im unteren Brohltal und durch die canonartige Wolfsschlucht im Tönissteiner Bachtal. Der Höhlen- und Schluchtensteig führt mit der Geo-Route-U -Trasshöhlenweg - sehr eindrucksvoll durch ehemalige, mehr als mannshohen Bergwerksstollen hindurch. Gleich zwei Wanderwege, der Bad Breisiger Quellenweg und die Geo-Route-U, geleiten die Marathonwanderer nun nach Burgbrohl, wo mitten im Ort auf einem Felsensporn und hoch über dem Brohlbach Schloss Burgbrohl aufragt.

Schließlich erreichten die Marathonwanderer der Wehrer Watzmänner nach einer reinen Wanderzeit von 09:55 Std. wieder den Start- und Zielort Wehr. Im Gasthaus "Zur Mühle" wurde abschließende Einkehr gehalten, um voller Stolz auf den bestandenen Härtetest mit einem frisch gezapften Weizenbier anzustoßen.

Fazit:

Nur sportlich ambitionierte Wanderer werden wohl der Nachahmung dieser Wanderung über die Marathondistanz etwas abgewinnen können. So bietet es sich an, die Runde entweder in zwei Tagesetappen aufzuteilen oder die in die Streckenführung eingebundenen vier Traumpfade und die beiden Geopfad-Routen einzeln zu erwandern. Die geologischen und vulkanologischen Eindrücke werden überwältigend sein, wie die hochinteressanten Hinweistafeln entlang der Geopfade zu berichten wissen. Hinzu kommt eine Routenführung, die sich mindestens zu einem guten Drittel aus schmalen Waldpfaden und wurzeligen Steigen zusammensetzt. Wenn man dann noch die herrlichen Aussichten über die hügelige Osteifel in die Waagschale wirft, handelt es sich bei dieser Marathonwanderung durch die "Sagenhafte Vulkanregion Lacher See" sicherlich um eine Traumroute.

Basisinfos: Vulkanregion-Wanderführer Konrad Friedgen

Veröffentlicht: Donnerstag, 26. Juli 2018 14:21